Jüngst konnte mensch in zwei sich links nennenden Zeitungen unterschiedlich reflexionsarme Artikel zur Ernährung, speziell zum Vegetarismus lesen.
In der taz den Beitrag von Till Ehrlicher zum nicht schmeckenden Tofu, dessen Grundstoff, die Sojabohne bzw. deren Anbau die Menschen in Südamerika verarmen lasse. Und außerdem, so Ehrlicher, wolle Tofu ja nur wie Fleisch oder Wurst schmecken; dann doch lieber gleich das Original. Durchdachter argumentiert Rüdiger Haude in der Graswurzelrevolution, räumt Nutztieren auch gewisse Rechte ein, z. B., nicht unnötig leiden zu müssen. Gleichzeitig sei aber unsere Gattung “naturgeschichtlich” eher ein Aas- und Allesfresser, so dass Fleichkonsum nicht grundsätzlich tabu sein könne. Welche Schlachtung von welchem Tier ist dann aber notwendig? Jedes Schlachten eines Tieres ist eindeutig ein “Leid zu fügen”, das nicht zu erleben sich 99% der Nahrungsaufnehmenden nicht anzuschauen brauchen, sonst würde ihnen ggf. der Appetit vergehen. Vielleicht würde es weiterhelfen, im Sinne des frühen Marx die Forderung nach einer “Naturalisierung des Menschen und Humanisierung der Natur” zu diskutieren. Lediglich der Blick in die Gattungsgeschichte wird uns nicht zu einer Gattungszukunft führen.
Archiv für Juli 2009
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